Überdachung der Kolpingstadt Kerpen zur klimatischen Optimierung und Sicherstellung von Schlemmermarkt-kompatiblen Wetterbedingungen

Alessa Flohe

Sehr geehrter Bürgermeister Jurczyk,

wir bitten Sie, den oben genannten Tagesordnungspunkt auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt aufzunehmen.

Beschlussvorschlag

Der Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt beschließt:

  1. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, inwieweit die vollständige Überdachung des Stadtgebiets Kerpen mittels einer transparenten, klimaregulierenden Kuppelkonstruktion technisch, finanziell und politisch vermittelbar ist.
  1. Ziel der Maßnahme ist insbesondere:
    • die Sicherstellung von planbaren Wetterbedingungen für Veranstaltungen (z. B. Schlemmermärkte, Stadtfeste, Außengastronomie),
    • der Schutz der Bevölkerung vor anhaltenden Niederschlägen und unvorhersehbaren Wetterlagen,
    • die aktive Steuerung des lokalen Stadtklimas.
  1. Ergänzend wird die Verwaltung beauftragt zu prüfen, wie innerhalb der Kuppel künstliche Bewässerungssysteme installiert werden können, um Grünflächen, Bäume und Aufenthaltsbereiche zuverlässig zu versorgen.
  1. Hierbei ist insbesondere zu untersuchen, ob:
    • aufbereitetes Regenwasser innerhalb der Kuppel genutzt werden kann,
    • ergänzend Rheinwasser herangezogen werden kann, wie es bereits für die Flutung des Tagebaus Hambach vorgesehen ist,
    • dieses – aufgrund seiner besonderen Qualität und Vielschichtigkeit – flexibel sowohl für Bewässerungszwecke als auch perspektivisch für weitere städtebauliche Projekte eingesetzt werden kann.

Beschlussvorschlag

Die vergangenen Wochen haben erneut gezeigt: Das Wetter in Kerpen ist – vorsichtig formuliert – ausbaufähig.

Während sich die Outdoor-Saison mit Schlemmermärkten, Stadtfesten und Veranstaltungen nähert, sehen sich Bürgerinnen, Gastronomie und Veranstalterinnen regelmäßig mit Regen, Wind und „ach, lassen wir’s lieber“ konfrontiert.

Gleichzeitig ist festzustellen, dass der Klimawandel – zumindest politisch betrachtet – bereits erfolgreich beendet wurde. Internationale Stimmen haben überzeugend dargelegt, dass bestimmte Emissionen einfach nicht mehr klimaschädlich sind. Damit ist das Problem bekanntlich gelöst.

Vor diesem Hintergrund geht es nicht mehr um Vermeidung, sondern um pragmatische Anpassung. Wie lange wollen wir noch vom Wetter abhängig sein – und wann fangen wir an, es zu managen?

Und genau hier setzt dieser Antrag an.

Statt weiterhin zu versuchen, das Wetter zu verstehen, zu prognostizieren oder gar zu akzeptieren, schlagen wir einen konsequenten Schritt vor:
Wir nehmen es selbst in die Hand.

Eine Überdachung der Stadt bietet zahlreiche Vorteile:

  • Planbarkeit für Veranstaltungen und Wirtschaft
  • Steigerung der Aufenthaltsqualität
  • Wetterschutz für Bürger*innen
  • neue Perspektiven für innovative Stadtentwicklung („Kerpen – wetterunabhängig seit 2026“)

Zugleich ermöglicht eine kontrollierte Umgebung endlich eine effiziente und zielgerichtete Bewässerung – ohne sich auf unzuverlässige Naturphänomene verlassen zu müssen.

Das Einbringen von Rheinwasser erscheint hierbei als logische Ergänzung. Schließlich handelt es sich um eine traditionsreiche, reichlich vorhandene Ressource, deren Qualität – je nach Betrachtungsweise – als absolut ausreichend eingeschätzt werden kann.

Diese Diskussion um die Qualität des Rheinwassers zeigt: wir haben es mit einem besonders „vielseitigen“ Rohstoff zu tun. Wir PIRATEN denken: wenn das Rheinwasser gut genug ist, um einen der größten Seen NRWs zu füllen, dann sollte es auch gut genug sein, um unsere Grünflächen unter der Kuppel zu bewässern. 

Selbstverständlich ist uns bewusst, dass dieser Antrag ambitioniert ist.

Aber wir sind überzeugt:
Wenn wir anfangen, groß zu denken, hört es vielleicht irgendwann auch auf zu regnen. Und wenn wir schon die Welt nicht verändern, dann wenigstens das Wetter über Kerpen.

Mit freundlichen Grüßen, 

Alessa Flohe

Sprecherin der Ratsgruppe PIRATEN im Rat der Stadt Kerpen

Über den Autor

Alessa Flohe vertritt die Piratenpartei Kerpen seit 2020 im Stadtrat und ist zusätzlich sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Gesundheit, Inklusion, Integration und Verbraucherschutz des Rhein-Erft-Kreises.

Sie ist ausgebildete Fachinformatikerin für Systemintegration, Wirtschaftsjuristin und als behördliche Datenschutz- und Informationssicherheitsbeauftragte bei einem kommunalen IT-Dienstleister angestellt. Ihre Themenschwerpunkte sind Digital- und Jugendpolitik.