Umfassende Preis- und Erlösanalyse sowie regionales Benchmarking für die Kerpener Bäder (Erftlagune, Hallenbad, Freibad)

Ortsgruppe Kerpen

Beschlussvorschlag:

  • Beauftragung der Gesamtanalyse: Die Verwaltung wird beauftragt eine detaillierte Preis- und Erlösanalyse für alle aktuell betriebenen städtischen Bäder (Freizeitbad Erftlagune, Hallenbad Kerpen sowie das Freibad Türnich) vorzulegen. Dabei sind Besucherzahlen, Erlöse pro Gast, der jeweilige Zuschussbedarf sowie die Auslastung (Schul-, Vereins- und Individualsport) differenziert darzustellen.
  • Regionales Benchmarking: In die Analyse ist ein Benchmarking einzubeziehen, das die Eintrittspreise und Leistungsumfänge mit benachbarten Kommunen vergleicht (mindestens: Hürth „De Bütt“, Frechen „fresh-open“, Pulheim „Aquarena“ sowie relevante Angebote der Stadt Köln).
  • Szenarienentwicklung für das Stadtgebiet: Auf Basis der Daten sind mindestens drei Entwicklungsszenarien für eine harmonisierte und marktgerechte Entgeltordnung zu entwerfen:
    • Szenario A (Minimalanpassung): Moderate Erhöhung um ca. 0,50 € auf Basistarife über alle Standorte hinweg.
    • Szenario B (Leistungsorientierte Differenzierung): Deutliche preisliche Spreizung zwischen dem Freizeitbad Erftlagune (Event-Charakter/Wellness) und den funktionalen Angeboten im Hallenbad Kerpen sowie dem saisonalen Freibadbetrieb in Türnich.
    • Szenario C (Flexibilisierung & Bindung): Einführung von Peak-/Off-Peak-Tarifen (Haupt/Nebenzeiten) sowie attraktiven Kombi-Abos für das gesamte Stadtgebiet, um die Auslastung zu steuern.
  • Soziale Folgenabschätzung: Für jedes Szenario sind die Auswirkungen auf die verschiedenen Nutzergruppen (Familien, Senioren, Vereine) sowie Maßnahmen zur sozialen Abfederung (Erhalt von Ermäßigungen für Sozialpass-Inhaber, Förderung von Schwimmkursen) darzustellen.

Begründung:

Angesichts der prekären Haushaltslage und des strukturellen Defizits im Haushalt 2026 ist die Kolpingstadt Kerpen gezwungen, alle Einnahmepotenziale und Subventionstatbestände kritisch zu hinterfragen. Bevor mit Blick auf zukünftige Haushaltsplanentwürfe pauschale Steuererhöhungen (z. B. Grundsteuer B) erwogen werden, muss die Angemessenheit von Nutzergebühren im Freizeit- und Sportsektor auf den Prüfstand.

Eine isolierte Betrachtung der Erftlagune ist nicht zielführend. Ein kohärentes Preismodell muss das gesamte Spektrum der Kerpener Bäderlandschaft abbilden – vom hochwertigen Freizeitangebot der Erftlagune über die sportfokussierte Nutzung im Hallenbad Kerpen bis hin zum saisonalen Angebot im Freibad Türnich. Nur so kann eine faire Balance zwischen dem städtischen Zuschuss und dem individuellen Nutzen der Badegäste hergestellt werden.

Die Ratsgruppe Piraten strebt eine transparente Preispolitik an, welche die tatsächliche Wertigkeit der jeweiligen Angebote widerspiegelt. Ziel ist es, den städtischen Zuschussbedarf pro Badegast zu senken, ohne die soziale Teilhabe oder die Durchführung von Schwimmunterricht zu gefährden.

Durch eine geschickte Preisdifferenzierung kann zudem die Besuchersteuerung zwischen den verschiedenen Standorten optimiert werden.

Über den Autor

Die Piratenpartei in Kerpen ist seit 2014 mit einem Sitz im Stadtrat vertreten. Sie besteht aus einem Kernteam von ungefähr 15 Piraten. Wir freuen uns immer über neue MitstreiterInnen oder Input und Ideen.