Gründung eines Runden Tisches Bäder im Stadtgebiet Kerpen

Ortsgruppe Kerpen

Sehr geehrter Bürgermeister Jurczyk,

ich bitte um Aufnahme der oben genannten Anfrage auf die Tagesordnung des nächsten Ausschusses für Sport, Freizeit und Kultur.

Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Kerpen beschließt die Einrichtung eines „Runden Tisches Bäder“ zur strukturellen Beratung über die zukünftige Ausrichtung der Bäderlandschaft in Kerpen.

Die Verwaltung wird beauftragt,

1. über die zuständige Abteilung Bäder zeitnah zu einem solchen Runden Tisch einzuladen,

2. sämtliche im Rat vertretenen Fraktionen und Gruppen, die Verwaltung, die betroffenen Fachbereiche sowie – soweit sinnvoll – weitere Akteure aus Sport, Schulen, Vereinen und Gesellschaft einzubinden,

3. als Arbeitsgrundlage für den Runden Tisch zeitnah die bestehenden Anfragen der CDU-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie den Prüfauftrag der PIRATEN Ratsgruppe aufzubereiten und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesammelt zur Verfügung zu stellen,

4. dem Runden Tisch belastbare Informationen zur aktuellen finanziellen, baulichen und betrieblichen Situation der Kerpener Bäder vorzulegen.

Begründung

Die Stadt Kerpen verfügt mit der Erftlagune in Sindorf, dem Freibad in Türnich sowie dem Hallenbad in Kerpen-Stadt über drei bedeutende Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge. Gleichzeitig steht die Stadt vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Insbesondere die laufenden Kosten der Erftlagune belasten den städtischen Haushalt in erheblichem Maße.

Dennoch darf die Diskussion über die Zukunft der Bäderlandschaft nicht ausschließlich unter kurzfristigen Spargesichtspunkten oder kurzfristigen Schließungen geführt werden.

Schwimmen erfüllt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. Es dient der Gesundheitsförderung, der Prävention und der Bewegung aller Altersgruppen. Gleichzeitig ist Schwimmen eine lebenswichtige Fähigkeit, deren Vermittlung insbesondere für Kinder und Jugendliche von enormer Bedeutung ist. Der Zugang zu funktionierenden Schwimmbädern ist daher ein wichtiger Bestandteil kommunaler Infrastruktur.

Darüber hinaus leisten die Bäder einen wichtigen Beitrag für Schulen, Vereine, den Breitensport sowie die soziale Teilhabe in unserer Stadt. Viele Menschen sind auf wohnortnahe Angebote angewiesen.

Gerade wegen der angespannten Haushaltslage braucht es nun jedoch eine ehrliche, sachliche und langfristige Diskussion über die zukünftige Struktur der Bäderlandschaft in Kerpen. Ziel muss es sein, tragfähige und breit akzeptierte Lösungen zu entwickeln, die sowohl die finanzielle Realität der Stadt als auch die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen.

Dafür ist ein gemeinsamer Austausch aller politischen Gruppierungen erforderlich. Die Zukunft der Bäder sollte möglichst auf Grundlage eines breiten politischen Konsenses gestaltet werden, um langfristige Planungssicherheit und Akzeptanz zu schaffen. Im Rahmen des Runden Tisches sollen ausdrücklich nicht nur die einzelnen Bäderstandorte betrachtet werden. Vielmehr ist auch eine strukturelle Betrachtung weiterer geplanter Investitionsprojekte – insbesondere im Bereich Sport und Freizeit – notwendig, um Prioritäten, finanzielle Spielräume und mögliche Synergien bewerten zu können.

Durch die bereits vorliegenden Anfragen und Prüfaufträge existieren zudem erste Erkenntnisse und Fragestellungen, die sinnvoll gebündelt und als fundierte Grundlage in den Beratungsprozess eingebracht werden sollten.

Über den Autor

Die Piratenpartei in Kerpen ist seit 2014 mit einem Sitz im Stadtrat vertreten. Sie besteht aus einem Kernteam von ungefähr 15 Piraten. Wir freuen uns immer über neue MitstreiterInnen oder Input und Ideen.