Gestern war #Sindorf in der Lokalzeit. Worum es ging? Zusammenfassend: „Es ist warm“. Kaum Schattenplätze, viel versiegelte Fläche, kaum Stadtgrün. Sinnbildlich für das Abschneiden der Kolpingstadt beim Hitze-Check 2026 der Umwelthilfe.
2026 standen die Entwicklung bei der Versiegelung von Flächen und der Baum-Verlust im Fokus. So lässt sich für Kerpen in den Jahren 2018 – 2025 ein Plus von 1,28 % bei der Versiegelung von Flächen verzeichnen. Zwischen 2018 und 2025 gingen darüber hinaus 2.603 Bäume verloren. Der Beschirmungsgrad lag 2025 gerade einmal bei 18.97 % – der wissenschaftlich empfohlene Richtwert liegt bei 30 %.
Der Beschirmungsgrad beschreibt, vereinfacht gesagt, wie viel Schatten Bäume und Grünflächen in einer Stadt spenden. Mehr Beschirmung bedeutet weniger Hitze und mehr Lebensqualität an heißen Tagen.
Die Ergebnisse im Detail könnt ihr hier einsehen: https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/image/Grafiken/Kommunaler_Umweltschutz/Hitze-Check/Hitzecheck26/Hitze-Check_Staedte-Deutschland_Uebersicht_2026_260601.pdf
Die Einstufung basiert auf objektiven Kriterien:
„Für ihre Analyse wertet die DUH eine Vielzahl von Daten aus 195 Städten aus. In die Bewertung fließen neben den Sommertemperaturen und der Bevölkerungsdichte auch der Umfang von Beton- und Asphaltflächen sowie die Anzahl von Bäumen und Grünanlagen ein. Relevant ist darüber hinaus die Entwicklung der Bodenversiegelung in den jeweiligen Kommunen seit 2018. Auf dieser Basis wird mithilfe von Schätzungen für jede Stadt ein spezifischer Index erstellt.“
Hitzewellen haben nicht nur an Wahrscheinlichkeit, sondern auch an Intensität zugenommen und haben direkte Auswirkungen auf uns. Aus diesem
Grund ist die Fähigkeit einer Stadt, sich an diese Ereignisse und Wetterlagen anzupassen; essentiell. Das Thema der sog. „Resilienz“ war auch ein zentraler Bestandteil unseres Programms zur Kommunalwahl 2025.
Wir PIRATEN fordern so beispielsweise seit Jahren mehr Verschattung, ein besseres Stadtklima durch Entsiegelung und Begrünung sowie öffentlich zugängliche Trinkwasserquellen.
Ein entsprechender Antrag, Kerpen solle der Refill-Initiative beitreten, wurde erst kürzlich politisch abgelehnt, mit Verweis auf die städtischen (Personal-)Ressourcen (vgl. https://piratenpartei-rhein-erft.de/2025/07/21/refill-stationen-im-kerpener-stadtgebiet/).
Am Ende des Beitrages wurde auch die Stadtverwaltung zitiert. Sie verwies auf verschiedene Maßnahmen und Konzepte zur Klimaanpassung im Stadtgebiet, die zu einer schrittweisen Entsiegelung, Reduzierung von Versiegelungen und Grünvernetzung führen sollen.
Wir sind guter Hoffnung, dass diese Maßnahmen in den nächsten Jahren Wirkung zeigen!
Die Stadt erwähnte aber auch eine Karte „Kühler Orte“. Eine Maßnahme, die auch bei uns Anklang findet und in den nächsten Tagen eigentlich durch uns beantragt werden sollte. Da wurden wir natürlich hellhörig und haben sie entsprechend gesucht. Prima, wenn es so etwas schon gibt!
Da wir sie leider weder
- auf der Webseite (Fun Fact: sucht man hier nach „kühle Orte“ findet man Informationen zum Lärmschutz),
- noch im Ratsinformationssystem,
- noch im Beteiligungsportal,
- noch in der „Karte von morgen“ (in der ihr jedoch Bergheim findet!),
- Noch im Umweltportal NRW,
- noch sonst wo finden,
haben wir den Bürgermeister gebeten diese sehr wichtige Karte zentraler zu platzieren, sodass sie für die Menschen leichter zugänglich ist. Natürlich haben wir auch nachgefragt, wo sie aktuell zu finden ist.
Eine solche Karte weist übrigens aus, wo ihr Orte findet, an denen es kühl ist und ihr euch an heißen Tagen zurück ziehen könnt. In der Regel sind solche Karten interaktiv und können (& sollen!) durch die Nutzer erweitert werden.
Den Beitrag der Lokalzeit könnt ihr euch hier anschauen: https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-koeln/lokalzeit-koeln-clip-wdr-lokalzeit-aus-koeln–09-06-2026-100.html
Ab circa 26:31
Hinweis zum Baumverlust:
„Die Zahlen sind eine rechnerische Annäherung daran, wie viele Einzelbäume im Zeitraum 2018 bis 2025 verloren gegangen sind. Grundlage ist der fernerkundlich gemessene Rückgang des Beschirmungsgrades. Dieser wurde anhand der durchschnittlichen Kronengröße eines Stadtbaums (70 m²) in die absolute Anzahl verlorener Bäume umgerechnet. Neupflanzungen werden dabei grundsätzlich nicht berücksichtigt – es sei denn, sie gleichen den Verlust der Baumkrone am gleichen Standort ausreichend aus. Die Zahl geht nicht in die Gesamtwertung mit ein.“