Bericht aus dem Ausschuss für Sport, Freizeit und Kultur

Ortsgruppe Kerpen

Für euch im Ausschuss ist unsere sachkundige Bürgerin Anna Ende-Clemente. Dies ist ihr Bericht aus dem Ausschuss vom 10. Juni 2026:

1. Einwohner/innen – Fragestunde

  • Sportanlagen & Pflege: Ein Bürger hinterfragt die unklaren Bedingungen der „Variante 2“ zur Pflege von Sportanlagen durch Vereine. Die Verwaltung entgegnet, dass dies ein grobes Raster sei und Details (Kosten, Aufgabenverteilung) noch ausgearbeitet werden.
  • Kunstrasenplätze: Kritik an einer Kehrtwende der Politik: Früher hieß es, Vereine müssten künftige Sanierungskosten selbst tragen, nun übernimmt es doch die Stadt. Die Verwaltung verweist darauf, dass dies eine politische Entscheidung des Stadtrats sei.

2. Bericht über die Ausführung der Beschlüsse / Aufträge / Empfehlungen

  • Zu lfd. Nummer 1: Das Kassensystem für die Wohnmobilstellplätze wäre über ein einmaliges Zusatzmodul in die bestehende Software integriert (Kosten im dreistelligen Bereich). Ein Online-Ticketkauf ist so ohne teure Drittanbieter-Apps möglich; das Ordnungsamt kann digital prüfen, wer bezahlt hat. Die Buchungsmöglichkeit für Wohnmobilstellplätze im Stadtgebiet geht zurück auf einen Antrag der PIRATEN aus der letzten Amtsperiode, der damals im Ausschuss angenommen wurde.

Sport

3. Abschluss einheitlicher Pacht-, Nutzungs- und Pflegevereinbarungen mit den Fußballvereinen im Stadtgebiet: Regelung der Pflege, Finanzierung sowie der Reparatur und Sanierung von Kunstrasenplätzen

Zu diesem Tagesordnungspunkt haben die PIRATEN einen Antrag eingereicht, der ursprünglich eine Vertagung der Debatte vorsah. Nach Rücksprache mit der Ausschussvorsitzenden und der Verwaltung wurde der Wunsch um Vertagung zurückgezogen. Bei den gestellten Fragen wird jedoch darauf bestanden, dass diese beantwortet werden. Darüber hinaus war es Ziel der PIRATEN, die Vereine in die Vertragsgestaltung einzubinden. Leider konnten wir uns mit dem Wunsch, einen gemeinsamen Termin zu koordinieren, an dem alle Fragen gestellt und Einwände geklärt werden könnten, nicht durchsetzen. Unser Antrag, den Vereinen die Möglichkeit zur schriftlichen Stellungnahme zu geben, wurde angenommen. Gegen eine Beteiligung der Vereine im Verfahren stimmten lediglich die CDU sowie die BBK/UWG-Fraktion.

  • Beschluss zu Varianten: Der Ausschuss beschließt einstimmig, dass die Verwaltung die Varianten 3.1 und 3.2 (detaillierte Ausarbeitung von Pflegemodellen und Kosten) vertieft prüfen soll.
  • Kunstrasen-Sanierung: Die Option K2 zur Kostenverantwortung bei Kunstrasenplätzen wird einstimmig angenommen.
  • Antrag der Piraten: Ein „großer runder Tisch“ wird abgelehnt (zu unproduktiv). Stattdessen wird vereinbart, dass die Vereine schriftlich Gelegenheit zur Stellungnahme bezüglich der Pflege- und Kostenvarianten erhalten (gegen die Stimmen von CDU und BBK/UWG angenommen). Unseren Antrag findet ihr hier: https://ratsinfo.stadt-kerpen.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZYWl4yazjPb9BVAwl_YIVavkLNk8DXA4y9T2UQ7Y_jEw/Antrag_der_Piraten-Gruppe.pdf

4. Fördermöglichkeiten im Bereich Sport und Bäder

  • Abgelehnte Förderanträge (u.a. für den Sportplatz Buir) sollen nach Überarbeitung erneut eingereicht werden.
  • Bei der „NRW-Sportmilliarde“ (200 Mio. € für Vereinssportstätten) ist die Stadt weitgehend außen vor, da die Sportstätten im Eigentum der Stadt und nicht der Vereine sind (es sei denn, es liegen langfristige Pachtverträge vor). Hinweise zu Infoveranstaltungen des Landessportbundes werden in die Niederschrift aufgenommen und wurden berechtigten Vereinen bereits mitgeteilt (Hinweis: der letzte Termin für den Reg.-Bez. Köln fand am 22. Juni statt).

5. Sachstand Sportanlagen für die Vereine Spvg BBT und Blau-Weiß Kerpen

  • SpVg BWT: Den in der Vorlage geschilderten Eindruck der Verwaltung, das Gebäude sei nutzbar und werde genutzt, teilt die Ratsgruppe PIRATEN nach Rücksprache mit dem Verein ausdrücklich nicht.
    • Der neue Rasenplatz ist lt. Auskunft der Verwaltung im Ausschuss wegen nötiger Regeneration nur für Bambini bis E1 voll nutzbar, danach nur eingeschränkt. Er wird zeitnah gedüngt. Beim Vereinsheim gibt es immer noch laut Verein erhebliche Mängel. Diese seien der Verwaltung so nicht bekannt. Die Verwaltung prüft die Mängel und die defekte Bewässerungsanlage.
  • Blau-Weiß Kerpen: Der Bauantrag für das Sportlerheim wurde eingereicht, liegt aber mangels Haushaltsmitteln (Haushalt 2026) „auf Eis“. Da die Kosten von den prognostizierten 16 Millionen gesenkt werden müssen, fordert die Politik bis zum nächsten Ausschuss eine klare Prioritäten- und Raumliste (z. B. Anzahl der Umkleiden, Verzicht auf Kühlräume), um den Standard anzupassen.

6. Sachstandsbericht Neubau Sportplatz Buir

  • Der Prozess zur Einbeziehung des Vereins in Buir (Eigenleistungen, Fördermittel) startet. Die Inbetriebnahme des Sportplatzes ist für das 3. Quartal 2027 geplant.

Bäder

7. Gründung eines Runden Tisches Bäder im Stadtgebiet Kerpen, hier: Antrag der Piraten-Gruppe

  • Es wird einstimmig die Einrichtung eines „Runden Tisches Bäder“ beschlossen. Jede Fraktion/Gruppe entsendet eine Person. Ein erstes Treffen zur Fahrplanabstimmung soll vor den Sommerferien stattfinden.
  • Anmerkung: der erste runde Tisch tagt am 14. Juli. Für die PIRATEN Gruppe nimmt Alessa Flohe teil.

8. Sachstand Überblick Bäderöffnungszeiten mündliche Mitteilung der Verwaltung

– Öffnungszeiten: Das Freibad Türnich ist wie im Vorjahr von 11:30 bis 19:00 Uhr geöffnet. Das Hallenbad Kerpen schließt in den Sommerferien für vorgezogene Revisionsarbeiten (Schulschwimmen findet ansonsten regulär statt). Vereinsschwimmen findet in der Erftlagune aktuell nicht statt.

9. Sachstand Eintrittspreise Bäder mündliche Mitteilung der Verwaltung

  • Preise/Kassensystem: Eine moderate Erhöhung der Eintrittspreise wird vertagt, bis das zukünftige Betriebskonzept der Bäder feststeht. Für ein künftiges Online-Ticketing wäre zwingend ein neues Kassensystem (inkl. Vor-Ort-Automaten) notwendig. Antrag der Piraten wird dementsprechend auch vertagt.
  • Anmerkung: aus unserer Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass die Verwaltung ohne politische Debatte entscheidet, einen form- und fristgerecht eingereichten Antrag einer Ratsgruppe auf eigenen Wunsch zu vertagen. Der Antrag wurde im März einstimmig in den Ausschuss im Juni vertagt und verfolgte ein klares Ziel auch die Debatte um die Zukunft der Erftlagune vorzubereiten. Das die Verwaltung entgegen eines klaren, politischen Beschlusses handelt, ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar.
  • Hier ist unser Antrag einsehbar: https://piratenpartei-rhein-erft.de/2026/03/25/umfassende-preis-und-erloesanalyse-sowie-regionales-benchmarking-fuer-die-kerpener-baeder-erftlagune-hallenbad-freibad/

Kultur

10. Sachstand Richtlinien zur musikalischen Kinder- und Jugendförderung und LaMusica mündliche Mitteilung der Verwaltung

  • Bislang sind 38 Anträge von Kitas, Schulen und Vereinen eingegangen. Die Richtlinien wurden an alle relevanten Institutionen (auch Chöre/Posaunenchöre) versendet. Es wird weiterhin um Werbung für das Programm gebeten.

11. Mitteilungen

12. Anfragen gem. § 18 Geschäftsordnung

  • Hallensperrung in den Ferien: Frage (CDU) war, ob man diese voll- oder zumindest teilweise aufheben könne. Sperrung findet laut Verwaltung generell statt, um Personal- und Reinigungskosten einzusparen, sowie für Sanierungen und Ferienspiele.
  • WLAN in Turnhallen: Frage von Herrn Briefs, ob das noch kommt. Soll im Zuge des angekündigten „Digitalpakts 2.0“ primär für den Schulsport (nicht für Vereine) betrachtet werden; Richtlinien der Bezirksregierung fehlen jedoch noch.
  • Spiel- und Bolzplätze: Frage von CDU und Piraten, ob der schlechte Zustand endlich mal angegangen werden kann. Der Bolzplatz in Blatzheim z.B. steht meterhoch im Gras und muss sofort gemäht werden. Marode Bänke, kaputte Sandkasteneinfassungen und ungepflegte Spielflächen in Buir. Dafür wurde ein neuer Spielplatzkontrolleur eingestellt, um strukturelle Mängel aufzuarbeiten.
    • Bürgerliche Reinigungsaktionen (oder auch „clean ups“ angefragt von AfD) werden begrüßt. Anmerkungen: Clean-Ups finden bereits heute regelmäßig im Stadtgebiet statt. Der Runde Tisch Müll bemüht sich um eine Verstetigung des Angebotes.
    • Automatisierte Werkzeugboxen (Vorschlag der Piraten) z. B. via Personalausweis-Scanner, sind zu teuer und vandalismusanfällig.

12.1 Kostenstruktur, Förderung und Investitionen im Bereich der Fußballvereine in der Kolpingstadt Kerpen hier: Anfrage der SPD-Fraktion

Über den Autor

Die Piratenpartei in Kerpen ist seit 2014 mit einem Sitz im Stadtrat vertreten. Sie besteht aus einem Kernteam von ungefähr 15 Piraten. Wir freuen uns immer über neue MitstreiterInnen oder Input und Ideen.