Im Ausschuss für Sport, Freizeit und Kultur wurden am Dienstag die Grundlagen für einheitliche Pacht-, Nutzungs- und Pflegevereinbarungen mit den Fußballvereinen im Stadtgebiet beraten.
Die Ausschussmitglieder sollten sich dabei auf eine Variante verständigen, die der Verwaltung als Arbeitsgrundlage für die Ausarbeitung neuer Verträge dient. Aus Sicht der PIRATEN Ratsgruppe Kerpen bestanden bei den vorgelegten Modellen wesentliche Informationsdefizite.
Unter anderem fehlten belastbare, nachvollziehbare Zahlen zu den tatsächlichen laufenden Kosten der einzelnen Plätze sowie zu den finanziellen Auswirkungen der unterschiedlichen Pflege- und Kostenvarianten.
„Ohne transparente Zahlen lassen sich die Folgen der Varianten weder für den städtischen Haushalt noch für die Vereine seriös bewerten“, sagt Alessa Flohe, Sprecherin der Ratsgruppe.
Trotz der offenen Fragen nutzten die PIRATEN die Beratung, um zentrale Punkte kritisch zu hinterfragen und mehr Transparenz bei den Grundlagen der Entscheidung einzufordern. Besonders im Fokus stand dabei, welche organisatorischen und finanziellen Belastungen durch die Varianten künftig tatsächlich bei den Vereinen landen würden. Der von den PIRATEN vorgelegte Fragenkatalog wird seitens der Verwaltung zur Niederschrift beantwortet werden.
Ein wesentlicher Erfolg aus Sicht der PIRATEN: Ihr Antrag, die betroffenen Fußballvereine nach Vorliegen eines Vertragsentwurfs vor der endgültigen Beschlussfassung im Ausschuss offiziell um Stellungnahme zu bitten, wurde mit breiter Mehrheit angenommen. Abgelehnt wurde dieser von CDU und BBK / UWG.
„Die Vereine müssen die neuen Regelungen am Ende tragen und umsetzen – deshalb ist es nur konsequent, ihnen vor der Entscheidung eine fundierte Rückmeldung zu ermöglichen“, betont Flohe.
Keine Mehrheit fand hingegen der weitergehende Vorschlag der PIRATEN, zusätzlich einen gemeinsamen Termin von Verwaltung, Politik und Vereinen durchzuführen, um die Inhalte der Pachtverträge im direkten Austausch zu besprechen. Daher wurde dieser Antrag zurück gezogen.
„Wir hätten uns ein echtes Gesprächsformat mit allen Beteiligten gewünscht, um offene Fragen frühzeitig zu klären und Akzeptanz für die neuen Verträge zu schaffen“, so Flohe.
Trotzdem werten die PIRATEN die nun beschlossene Beteiligung der Vereine als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Sobald erste Entwürfe vorliegen, wird die Ratsgruppe zudem selbst aktiv auf die betroffenen Vereine zugehen, um deren Einschätzungen und praktische Erfahrungen in die weitere Debatte einzubringen. Diese können sich jedoch bereits jetzt an die Ansprechpartner wenden ratsgruppe-kerpen@piraten-rek.de.
„Nur wenn Verwaltung, Politik und Vereine gemeinsam auf Basis valider Zahlen arbeiten, können am Ende fair ausgestaltete und tragfähige Pachtverträge entstehen“, schließt Flohe.